Honorarberatung – Praxisbeispiele
Die folgenden Beispiele zeigen, wie Mandanten durch unabhängige Honorarberatung konkrete finanzielle Vorteile erzielt haben – und welche Fehler sie vermeiden konnten. Alle Beispiele basieren auf typischen Beratungssituationen. Namen wurden geändert.
Das teure Depot
Dipl.-Ingenieur, 48 JahreThomas K. ist Diplom-Ingenieur und arbeitet seit über 20 Jahren in der Industrie. Er verdient gut, spart regelmäßig und hat über die Jahre bei seiner Hausbank ein Depot aufgebaut, das sich inzwischen auf knapp 120.000 Euro summiert. Als er zur Honorarberatung kommt, fühlt er sich mit seiner Geldanlage eigentlich ganz gut aufgestellt – bis die Analyse zeigt, dass sein Depot aus acht aktiv gemanagten Fonds besteht, die im Durchschnitt 1,9 % Gesamtkosten pro Jahr verursachen. Hinzu kommen Bestandsprovisionen, die still und leise an die Bank fließen – und die Thomas nie als Kostenpunkt wahrgenommen hat, weil sie nirgendwo explizit ausgewiesen werden. Keiner der acht Fonds hat seinen jeweiligen Vergleichsindex nach Kosten dauerhaft geschlagen. Nach einem gemeinsamen Depotcheck und einer klaren Analyse der Kostenstruktur wird das Portfolio auf drei kostengünstige ETFs mit breiter globaler Streuung umgestellt. Die jährliche Kostenbelastung sinkt von rund 2.300 € auf unter 400 € – bei gleichem Anlagevolumen. Über einen Zeitraum von 15 Jahren bedeutet das einen Unterschied von deutlich über 30.000 € im Endvermögen. Thomas hatte nie das Gefühl, dass seine Bank schlecht berät. Er wusste schlicht nicht, wie viel ihn die Beratung wirklich kostet.
Die Lücke in der Altersvorsorge
Ärztin in eigener Praxis, 44 JahreDr. Sandra M. ist niedergelassene Fachärztin und führt seit zehn Jahren ihre eigene Praxis. Ihre Altersvorsorge besteht bisher aus den Einzahlungen ins ärztliche Versorgungswerk und einer fondsgebundenen Lebensversicherung, die ihr ein Versicherungsvertreter vor einigen Jahren empfohlen hat. Das Versprechen damals: steuerlich effizient, flexibel, sicher. Als Sandra im Rahmen einer ganzheitlichen Finanzplanung alle Bausteine zusammenführt, zeigt sich ein anderes Bild. Die Lebensversicherung hat in den ersten Jahren fast die Hälfte der eingezahlten Beiträge durch Abschluss- und Verwaltungskosten aufgebraucht – und wird die versprochene Rendite nur unter sehr optimistischen Annahmen erreichen. Noch gravierender: Als Selbstständige hat Sandra im Falle einer Berufsunfähigkeit keinerlei Absicherung außerhalb des Versorgungswerks – eine gefährliche Lücke, die bisher niemand systematisch adressiert hat. Die Honorarberatung erarbeitet eine abgestimmte Lösung: Die bestehende Lebensversicherung wird analysiert und soweit sinnvoll optimiert, eine bedarfsgerechte Berufsunfähigkeitsversicherung wird eingerichtet, und ein kostengünstiges ETF-Depot ergänzt die Altersvorsorge als dritte Säule. Alle Bausteine greifen ineinander – ohne dass jemand an der Empfehlung verdient.
Die falsche Empfehlung
Dipl.-Kaufmann, 55 JahreMichael B. ist Diplom-Kaufmann und hat sich über drei Jahrzehnte im Mittelstand ein solides Vermögen aufgebaut. Kurz vor der Coronakrise empfahl ihm sein langjähriger Bankberater, einen großen Teil des Depots in einen „stabilen, defensiven" Mischfonds umzuschichten – der Markt sei zu heiß gelaufen, das sei jetzt die richtige Strategie. Michael vertraute der Empfehlung. Was er nicht wusste: Der Fonds war für die Bank besonders ertragreich, weil er überdurchschnittlich hohe Vertriebsprovisionen generiert. Als die Märkte einbrachen, verlor der Mischfonds deutlich stärker als ein einfacher globaler Aktienindex – und erholte sich langsamer, weil die hohe Kostenbelastung jeden Aufschwung bremste. Zwei Jahre später holt Michael sich bei der Honorarberatung eine zweite Meinung. Die Analyse zeigt: Sein Risikoprofil wurde von der Bank nie systematisch erfasst, seine tatsächliche Risikotragfähigkeit und sein Anlagehorizont wurden nie besprochen. Gemeinsam wird eine Anlagestrategie entwickelt, die wirklich zu seiner Lebenssituation passt – mit einer klaren Trennung zwischen einem liquiden Sicherheitsbaustein für kurzfristige Bedürfnisse und einem renditeorientierten ETF-Portfolio für den langfristigen Vermögensaufbau. Und ohne jemanden, der an der Empfehlung mitverdient.
Der Ruhestand naht
Leitende Angestellte, 59 JahreClaudia H. ist leitende Angestellte in einem mittelständischen Industrieunternehmen und wird in sechs Jahren in den Ruhestand gehen. Finanziell hat sie sich bisher wenig systematisch aufgestellt – es gibt ein Sparbuch mit einem größeren Puffer, eine betriebliche Altersvorsorge, eine private Rentenversicherung aus den 1990er Jahren und ein kleines Wertpapierdepot, das ihr damaliger Bankberater eingerichtet hat. Das Gefühl, das Claudia begleitet: Es sollte eigentlich reichen – aber sie weiß es nicht genau. In der ganzheitlichen Finanzplanung werden zum ersten Mal alle Bausteine zusammengeführt: gesetzliche Rente, betriebliche Vorsorge, Versicherungsleistungen, Depot und die realistischen monatlichen Ausgaben im Ruhestand. Das Ergebnis ist zunächst ernüchternd, letztlich aber lösbar: Ohne weitere Maßnahmen würde eine monatliche Lücke von rund 600 Euro entstehen. Mit einer strukturierten Hochsparphase in den letzten sechs Berufsjahren, einer Optimierung der bestehenden Rentenversicherung und einer klaren Entnahmestrategie für das Depot lässt sich diese Lücke nahezu vollständig schließen. Claudia verlässt das Gespräch nicht mit einem neuen Produkt – sondern mit einem konkreten, realistischen Plan für die nächsten sechs Jahre.
Vermögen geerbt – was nun?
Geschäftsführer, 41 JahreMarkus F. ist Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und erbt nach dem Tod seiner Mutter unerwartet 180.000 Euro. Er ist kein Finanzexperte, aber er weiß, dass diese Summe eine echte Chance ist – und dass er sie nicht leichtfertig anlegen möchte. Seine Hausbank lädt ihn zu einem Beratungsgespräch ein und empfiehlt ihm einen hauseigenen Dachfonds: breit gestreut, professionell gemanagt, „genau das Richtige für eine größere Summe". Bevor Markus unterschreibt, holt er sich eine unabhängige Einschätzung. Die Honorarberatung zeigt, was hinter der Empfehlung steckt: Der Dachfonds hat zwei Kostenebenen – die Kosten des Fonds selbst und die Kosten der enthaltenen Zielfonds –, einen Ausgabeaufschlag von 4 % und eine Gesamtkostenquote von über 2 % pro Jahr. Allein im ersten Jahr würden damit über 7.000 Euro an Kosten anfallen, noch bevor eine einzige Rendite erwirtschaftet wurde. Über 20 Jahre hätte diese Kostenbelastung das Endvermögen um mehr als 60.000 Euro reduziert. Gemeinsam entwickeln Markus und sein Honorarberater eine individuelle Anlagestrategie: ein breit gestreutes, kostengünstiges ETF-Portfolio, das zu seiner persönlichen Lebenssituation, seinem Zeithorizont und seiner Risikobereitschaft passt – mit klaren Regeln für Anpassungen und einem Gesamtkostenniveau von unter 0,5 % pro Jahr. Markus versteht jetzt, was er hat. Und warum.
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